Air Berlin – Insolvenzverfahren

veröffentlicht am 22. August 2017 in News von

Air Berlin insolvent – das schleichende Sterben einer Airline

air berlin insolvent
Es war eigentlich zu erwarten, dass Air Berlin pleite geht, die Frage war nur noch, wann dies geschieht. Seit Jahren meldet die zweitgrößte Airline Deutschlands rote Zahlen, der Verlust stieg auf knapp 782 Millionen Euro im Jahr 2016. Durch sogenannte Verlustvorträge aus früheren Jahren belaufen sich die Schulden auf 1,2 Milliarden Euro. Es war deshalb wohl nur eine Frage der Zeit, bis Air Berlin insolvent sein würde. Jetzt hat die Airline durch die Beantragung der Insolvenz ihre Pleite öffentlich gemacht. Die Mitarbeiter haben Angst um ihren Arbeitsplatz, die Air Berlin Aktie stürzt ab und mehrere Interessenten wetteifern miteinander, wer beim Übernahme-Poker die Nase vorn hat.



Etihad zahlt nicht – Air Berlin insolvent

Die Fluggesellschaft Etihad, mit 29 Prozent Beteiligung einer der Großaktionäre bei Air Berlin, hatte noch im April 250 Millionen Euro an Air Berlin überwiesen und vor kurzem eine weitere Zahlung von 50 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Diese Zusage zog der Aktionär aber zurück. Mit diesem Rückzug fiel die Entscheidung, dass der Weg in die Insolvenz folgen muss. Dass Air Berlin pleite ist, hat natürlich auch Auswirkungen auf die Air Berlin Aktie, die nach der Bekanntgabe der Insolvenz am 15. August 2017 von etwas mehr als 70 Cent auf unter 40 Cent abrutschte.

Inzwischen hat sich zwar die Air Berlin Aktie bei etwas über 40 Cent stabilisiert, was aber vermutlich den momentan laufenden Verhandlungen über das weitere Schicksal der Airline geschuldet ist. Ob die Air Berlin Aktie wieder steigt oder noch weiter in den Keller fällt, wird vor allem vom Erfolg der nun folgenden Verhandlungen bezüglich einer Übernahme der Airline abhängen.

Air Berlin insolvent – Lufthansa zeigt Interesse an einer Übernahme

Wie es eben bei einer Insolvenz ist, sackt nicht nur die Air Berlin Aktie in den Keller, sondern es melden sich auch nach der Air Berlin Pleite finanzstarke Investoren, um ein Stück vom Kuchen zu bekommen. Die Deutsche Lufthansa hatte ja bereits länger ihr Interesse bekundet, zumindest Teile von Air Berlin zu übernehmen.

Auch andere, wie der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, meldeten Interesse an. Wöhrl wollte, nachdem er erfahren hatte, dass Air Berlin insolvent ist, die gesamte Airline erwerben. Dies wurde allerdings von der Bundesregierung und auch von Air Berlin als nicht gangbarer Weg bewertet. Sie übernimmt zwar keinen aktiven Part bei möglichen Übernahme- oder Aufspaltungsverhandlungen, hat nach der Air Berlin Pleite aber für einen Kredit zur Überbrückung in Höhe von 150 Millionen Euro gebürgt.

Mehrere potenzielle Bieter nach der Air Berlin Pleite

air berlin insolventNachdem Air Berlin insolvent ist, scheint sich ein Bieter-Wettstreit zwischen verschiedenen Fluggesellschaften abzuzeichnen. Neben der Lufthansa werden als weitere Interessenten vor allem Condor, Tuifly und Easyjet gehandelt. Insgesamt sollen sich 10 Unternehmen als Interessenten vorgestellt haben.

Konkurrenten wie Ryanair vermuten eine Absprache zwischen Air Berlin, der Bundesregierung und der Lufthansa. Der CEO Michael O’Leary merkte an, dass der Marktanteil bei einer Übernahme von Air Berlin durch die Lufthansa kartellrechtliche Probleme verursachen würde. Aus diesem Grund hat Ryanair bereits offizielle Beschwerde bei den zuständigen Stellen eingereicht. Ein solches Gerangel sorgt natürlich für Unsicherheit an den Aktienmärkten, was sich auch auf die Air Berlin Aktie bemerkbar wird.

Manche behaupten allerdings, der Umstand, dass Air Berlin insolvent ist, könnte sich durchaus belebend auf den Markt und den Wettbewerb auswirken. Die Air Berlin Pleite hinterlässt bereits jetzt ziemlich tiefe Spuren, nicht nur bei der Air Berlin Aktie, sondern auch bei den vielen zigtausend Angestellten der Airline.




Was wird aus den Mitarbeitern, nachdem Air Berlin insolvent ist?

Die Leidtragenden einer solchen Unternehmenspleite sind immer die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Weil Air Berlin insolvent ist, fürchten jetzt knapp 8500 Angestellte um ihren Arbeitsplatz. Vor allem die Gewerkschaft Ver.di sowie die Pilotenvereinigung Cockpit geben an, dass ihr Hauptaugenmerk auf dem Erhalt der Arbeitsplätze liegt. Für die Gewerkschaft der Flugbegleiter (Ufo) sollte eine Zerschlagung beziehungsweise Aufteilung der Air Berlin verhindert werden.

Insgesamt scheinen sich alle Gewerkschaftsvertreter in dem Bestreben einig zu sein, für die Mitarbeiter die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, nachdem Air Berlin insolvent ist und sich schwierige Verhandlungen anbahnen. Einzig der Vorstandsvorsitzende muss sich um seine Bezüge keine Sorge machen. Zur Sicherung seines jährlichen Gehaltes in Höhe von etwa 950.000 Euro wurde eigens eine Bankbürgschaft abgeschlossen.

Verunsicherung bei den Kunden von Air Berlin

Die Pleite von Air Berlin hat bei den Kunden der Airline für große Verunsicherung gesorgt. Auch deshalb hat die Bundesregierung für den Überbrückungskredit gebürgt. Durch ihn wird der vorläufige Betrieb gewährleistet. Wer bei Air Berlin einen Flug gebucht hat, sollte sich auf jeden Fall erkundigen, ob die Buchung Bestand hat beziehungsweise, in welcher Weise sich vielleicht Änderungen ergeben. Zunächst heißt es aber für Kunden, wie für diejenigen, die in die Air Berlin Aktie investiert haben, Ruhe zu bewahren.


Kommentar schreiben


Noch keine Kommentare